[Montagsfrage] Lesen und Hörbücher

Wie an dem Banner unschwer zu erkenn ist, ist die Montagsfrage umgezogen. Es ist nicht mehr Svenja aka. Buchfresserchen, die sie stellt, sondern Antonia von Lauter & Leise. Ich habe schon sehr sehr lange nicht mehr teilgenommen, deswegen freue ich mich umso mehr, dass um die heutige Frage, mit der ich wieder einsteige:

Ist Hörbuch-Hören für dich mit ’klassischem’ Lesen gleichzusetzen? Oder ist beides für dich grundverschieden?

Für mich sind die beiden Sachen nicht gleichzusetzen.

Ich erlebe und erfahre das Lesen und das Hörbuch-Hören auf unterschiedliche Art und Weise. Beim Lesen verlasse ich mich auf die Stimme in meinem Kopf, die die Bilder heraufbeschwört. Egal welche Figur spricht, meine Stimme klingt immer so, wie die Figur zu klingen hat. Beim Hörbuch-Hören muss die Chemie zwischen Vorleser und meiner Vorstellung stimmen (bei einer Verfilmung ist das Verhältnis noch ein Ticken schwieriger). Wenn der Vorleser die Wörter anders betont als ich tun würde oder die Stimme höher stellt, wo ich sie tiefer gestellt hätte, dann kann ich mich nicht auf die Geschichte konzentrieren.

Wenn ich lese, lese ich. Dann mache ich nebenbei nichts anderes. Dann läuft keine Musik und auch kein Fernseher. Aber wenn ich ein Hörbuch höre, dann stricke, puzzle, esse, rätsle, rasiere, dusche ich oder mache den Abwasch. Oder ich bin kurz davor einzuschlafen. Denn meistens höre ich Hörbücher nur zum Einschlafen. Das heißt, dass ich meistens nur die Hälfte der Geschichte mitbekomme. Darum höre ich auch nur Geschichten, die ich bereits gelesen habe und die ich (mehr oder weniger) in und auswendig kann. Harry Potter, zum Beispiel. Da ist es dann nicht schlimm, wenn ich am ersten Abend von der ersten CD nur die Hälfte mitbekomme und am zweiten Abend trotzdem mit CD 2 weitermache (An diesem Punkt muss ich dazu sagen, dass ich diesen Trend der MP3-Hörbücher hasse. Ich schlafe meistens nach 15 Minuten ein. Dann läuft die CD meistens noch 30-40 Minuten, bis sie dann zu Ende ist (je nach Laufzeit). Diese MP3-CDs laufen dann ja noch stundenlang (bis zu 5 Stunden). Das ist doch, mit Verlaub, bescheuert!). In diesem Sinne sind Hörbücher für mich meistens nur eine Art Begleitung, um nicht dem Gefühl ausgeliefert zu sein, ich wäre allein.

Für mich sind Hörbuch-Hören und Lesen zwei unterschiedliche Erlebnisse, die unter verschiedenen Voraussetzungen (Konzentration) und mit verschiedenen ‚Zielsetzungen‘ (Zeitvertreib vs. Gesellschaft) geschehen.

Wie sieht es bei euch aus? Sind Hörbuch-Hören und Lesen ein und dasselbe für euch? Ich freue mich über eure Kommentare!

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