[Rezension] DOORS ! Blutfeld

Titel: DOORS ! Blutfeld
Autor: Markus Heitz
Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur
Seiten: 304
Preis: TB 9,99€
ISBN: 978-3-426-45430-5
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Verlagsgruppe Dromer Knaur

 

Kurzbeschreibung
Anna-Lena van Dam verschwindet in einem mysteriösen Höhlensystem unterhalb der Villa ihrer Familie. Ihr Vater schickt ein Expertenteam los, um seine Tochter zu finden. Das Team stößt bei seiner Suche auf geheimnisvolle Türen. Als sie durch eine der Türen hindurchtreten, landen sie im Mittelalter des 9. Jahrhunderts. Doch dieses Mittelalter ist anders als jenes, welches wir aus Filmen und Geschichtsbüchern kennen.

Meine Meinung
Die Roman-Reihe DOORS besteht aus insgesamt zwei Staffeln. Bisher ist nur Staffel 1 erschienen und diese umfasst drei Romane: Dämmerung, Blutfeld und Kolonie. Die zweite Staffel (Energia, Vorsehung und Wächter) erscheint im Sommer 2019. Ich halte sehr große Stücke auf Markus Heitz, weshalb bei mir sehr große Vorfreude bzgl. dieser experimentellen Roman-Reihe aufkam. Die Idee, welche hinter der Romanreihe steckt, hat mich von Anfang an fasziniert. Ausgangspunkt der drei Bücher ist immer dasselbe Anfangsszenario: Anna-Lena van Dam verschwindet und ein Team begibt sich auf ihre Versen, um sie zu finden. Die restliche Handlung unterscheidet sich, je nachdem durch welche Tür das Expeditionsteam schreitet. Bisher habe ich nur Blutfeld gelesen, weshalb sich diese Rezension nur auf diesen Roman beschränkt und die anderen zwei außen vor lassen. Ich war von Anfang an gespannt, ob diese Geschichten, der ganzen Aufregung, die sie erzeugt haben, gerecht werden können. Ich gehe mit gemischten Gefühlen aus der Lektüre von Blutfeld heraus.

Der Roman entpuppt sich als eine Mischung aus Fantasy-, Action und Abenteuerroman. Das trifft auf jeden Fall meinen Geschmack. Nachdem das Team durch das Tor geschritten ist, kommt die Handlung ganz schön ins Schwimmen. Es gibt zwar ein festgelegtes Ziel (die Rettung von Anna-Lena), aber so richtig voran geht es nicht. Es wird auch zunehmend mysteriöser: Es werden immer mehr Fragen aufgeworfen als letztendlich beantwortet (gesehen auf den gesamten Verlauf der Handlung). Das Mysterium um die Türen hat der Autor sehr gut aufgebaut und auch die Reaktionen der Figuren darauf, ist angemessen und weder unter- noch übertrieben.

Das Exptertenteam besteht aus einem buten Haufen: Es sind Typen, die jede Menge Klischees bedienen. Das macht sie zwar greifbar, lässt sie aber auch sehr blass und langweilig erscheinen. Aufgrund ihrer Stereotypie ist ihre Handlungsweise auch recht vorhersehbar. Ich hatte auch das Gefühl, dass ein oder zwei Figuren einfach nur dazu da waren, um sie schnellst möglich wieder los zu werden.

Die Handlung teilt sich auf zwei Orte auf: Hinter der Tür, die zum Mittelalter führt und in der Gegenwart. Die Erzählung wechselt regelmäßig zwischen den verschiedenen Schauplätzen hin und her, um Spannung aufzubauen und damit der Leser erfährt, was in Abwesenheit des Teams in der Gegenwart passiert. Es passiert sogar ziemlich viel. An diesen Stellen habe ich mich gefragt, ob die Handlung um ‚Freund‘ in allen drei Romanen der ersten Staffel gleich ist oder ob sich diese auch unterscheidet. Ich hoffe auf Letzteres, ansonsten bin ich enttäuscht. Insgesamt ist die Handlung sehr actiongeladen (man fliegt quasi durch die Seiten), blutig und gewalttätig – nicht nur im Mittelalter, sondern auch in der Gegenwart. Die Figuren gehen gerade nicht zimperlich miteinander um.

Ich lese gerne Geschichten über das Mittelalter bzw. schaue gerne Filme, die während dieser Epoche spielen. Deshalb wollte ich Blutfeld auch zuerst lesen. Das DOORS-Mittelalter ist anders als jedes Mittelalter, welches mir bisher begegnet ist. Die Verschwörungstheorie, auf welche der Autor dabei zurückgreift, verleiht dem Roman das gewisse Extra. Damit hat mich der Autor wirklich überrascht und gezeigt, weshalb er zu meinen Lieblingsautoren zählt. Ich halte zwar nicht sehr viel von Verschwörungstheorien, aber im Rahmen dieser Roman macht sie sich wirklich sehr gut.

Die Erzählweise ist mehr ein Bericht als eine Erzählung. Es werden nur bestimmte Ereignisse detailliert beschrieben, Nebensächliches fällt weg. Diese Art zu erzählen, sorgt zwar einerseits dafür, dass es nicht langweilig wird, weil man sich als Leser nicht mit ausufernden Beschreibungen abgeben muss, aber andererseits hatte man nicht das Gefühl Teil der Geschichte zu sein, sondern ein Außenseiter. Vor allem gegen Ende hat mich das sehr gestört und ich hatte meine Zweifel ob der Glaubwürdigkeit der Geschehnisse. Die unerwartete Wendung am Ende hat mich wirklich kalt erwischt und hat mich begeistert. Das hat dem Ganzen nochmal eine interessante Biegung gegeben.

Bis zum Schluss sind allerdings viele Fragen und Zusammenhänge offen geblieben. Ich hatte das Gefühl mit halbgaren Erklärungen abgespeist zu werden. Manche Erklärungen kamen mir viel zu einfach oder zu weit hergeholt an. Und auf einige Dinge wurde gar nicht so genau eingegangen. Die Geschehenisse werden ganz schnell abgehandelt und als Leser ist man genauso schlau wie vorher, vor allem in Bezug auf das Mysterium der Türen. Hoffentlich geben die anderen Romane, die zahlreichen Kurzgeschichten und die zweite Staffel mehr Aufschluss.

Mein Fazit
Die Idee der Türen und des Mittelalters gefällt mir sehr gut. Allerdings habe ich so meine Probleme, mit dem was dahinter steckt und vor allem wie damit im Laufe des Romans umgegangen wird. Die Umsetzung hat einige Stärken und Schwächen, weshalb mich Blutfeld einfach nicht vom Hocker reißen konnte. Es war allerdings ein interessanter Einstieg in die Welt von DOORS. Ich bin gespannt und neugierig, was sich hinter den anderen zwei Türen verbirgt und ob noch ein paar offene Fragen beantwortet werden.

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