[Rezension] S.T.A.G.S

S.T.A.G.S. – M.A. Bennett

Aquila

Verlag: Delacorte Press | Seiten: 304
Erschienen: 2018

Klappentext
Greer wird zusammen mit zwei weiteren Mitschülern von den beliebtesten, oder eher gefürchtesten Schülern ihrer neuen Schule zu einem Wochenende auf einem vornehmen Landhaus eingeladen. Ihr steht ein blutiges Wochenende bevor, und das nicht nur weil sie an den sogenannten “Blood Sports” teilnehmen muss: Huntin’ (Jagen), Shootin’ (Schießen) und Fishin’ (Fischen). Denn plötzlich nimmt der vergnügliche Ausflug in die reiche Oberschicht Englands eine brutale Wendung.


Meine Meinung
Ich hatte keine allzu hohen Erwartungen an diesen YA-Thriller, weshalb ich ihn auch fast ein Jahr auf meinem Kindle hab versauern lassen. Tja, das habe ich ganz schnell bereut, denn der Roman hat mich ganz schön umgehauen. Wenn man anfängt zu lesen, meint man zu wissen, was passiert. Denn schließlich hält Geer, die Protagonistin, damit nicht unbedingt hinter dem Berg. Schon im ersten Satz platzt es aus ihr heraus: es wird Tote geben oder einen zumindest. Dieses erzählerische Manöver hat mich etwas irritiert, obwohl mir klar war, dass es sich nur um einen Trick bzw ein Ablenkungsmanöver handelt. Man liest nämlich weiter, weil man wissen will, ob man mit seiner Vermutung richtig liegt. Und oh man, lag ich falsch!

Die wahren Begebenheiten erfährt man, trotz der anfänglichen, unmittelbaren Ankündigung nur langsam im Laufe der Geschichte und zwar auf eine durchweg spannende Art und Weise. Der Weg zur Wahrheit ist gespickt mit vielen überraschenden und unerwarteten Wendungen, die allerdings überhaupt nicht abwegig oder haarsträubend wirken.

Zu Beginn wird der Leser in Greers neues Leben eingeführt. Man lernt ihre Mitschüler kennen, die Medievals (die heimlichen Herrscher der Schule), die Lehrer und sie selbst natürlich. Greer war mir von Anfang an sympathisch: authentisch, ehrlich und frech. Die Medievals verkörpern auf den ersten Blick alle Klischees, die man an solch eine Gruppe in einem YA-Roman haben kann: schön, reich und klug. Und dann kommen die Strumpfhosen! Das hat sie irgendwie geerdet (wer wissen will, was ich damit meine, muss das Buch lesen). Für Shafeen habe ich die ganze Zeit über unwillkürlich geschwärmt. Das ist auf jeden Fall dem Vergleich mit Prinz Kaspian von Narnia geschuldet. Ich meine, hallo, Ben Barnes?! Ganz allgemein konnte ich mit allen Figuren etwas anfangen und sie mir sehr gut vorstellen. Insgesamt war das Gefüge nicht ganz so oberflächlich und ausgelutscht gestaltet wie in vielen anderen YA-Romanen. Auch wenn sich natürlich hier Anklänge wiederfanden.

Auch sprachlich hatte ich das Gefühl, dass es viel ausgefeilter und nicht so verfloskelt war und sehr frech bzw vorlaut. Was mir hingegen nicht so gut gefallen hat bzw was auch recht nervig war, war Greers ständige Filmvergleiche, um bestimmte Situationen oder Personen zu beschreiben. Hier wäre weniger mehr gewesen. Auch die ständige Erwähnung des Feminismus á la “I thought, completely irrelevantly, how handsome he was. Some feminist, Greer” und ähnliche Formulierungen. Was hat Feminismus denn damit zu tun, dass man jemanden zB attraktiv findet? Leuchtet mir irgendwie nicht so ganz ein. Gefallen haben mir wiederum die einleitenden Sätze, welche den Kapitelanfängen vorausgestellt sind. Der “Ton” dieser Sätze stimmt den Leser gut auf die kommenden Ereignisse ein.

Zu Beginn musste ich erstmal googeln, was mit den Begriff “Blood Sports” überhaupt gemeint ist. Eigentlich unnötig, denn die Geschichte stellt das Ganze ziemlich gut dar. Die Struktur der Handlung orientiert sich jedenfalls an diesen drei Sportarten. An jedem Tag des Wochenendes steht eine der Disziplinen im Vordergrund und mit jeder Disziplin entspinnt sich… naja, lest es selbst! Und ich habe es auch erst durchschaut als es fast schon zu spät war. Man ist so sehr darauf fokussiert, herauszufinden, wen Greer auf dem Gewissen hat, dass man die anderen aus den Augen verliert. Das hat mir rückblickend am besten gefallen. Und wer glaubt, der Ausgang des Wochenendes wird das große Finale – tja, weit gefehlt.


Mein Fazit
“S.T.A.G.S” hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Ein wirklich außerordentlicher YA-Thriller. Die Autorin hat alles sehr geschickt eingefädelt. Ein richtig gutes Buch. Ich bin (rückblickend) immer noch ein wenig sprachlos. Auf Band 2 bin ich gespannt wie ein Flitzebogen!


Mein Lieblingszitat

I’ve always thought that the expression ‘my heart missed a beat’ is utter horseshit.

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