[Rezension] Invisible

Titel: Invisible
Autoren: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Verlag: Rowohlt Verlag
Seiten: 368
Preis: HC 14,99€, TB 9,99€, eBook 12,99€
ISBN: 978-3-8052-0015-8
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Rowohlt Verlag

 

Kurzbeschreibung
Die Hamburger Kommissare Nina Salomon und Daniel Buchholz stehen vor eine Serie rätselfhafter Mordfälle: Menschen ermorden ihre Opfer, obwohl sie ihre Opfer gar nicht kennen und sie ihnen nichts getan haben. Das Einzige, was die Morde zu verbinden scheint, ist das Motiv: Wut. Doch was steckt tatsächlich dahinter? Oder noch viel dringender, wer?

Meine Meinung
Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller, weil mir ‘Anonym’ so gut gefallen hat. Falltechnisch wurde ich auf jeden Fall nicht enttäuscht – oder zumindest nur teilweise nicht enttäuscht. Die Autoren bieten erneut eine, wie soll ich sagen, ‘innovative’ Mordserie mit interessanter Auflösung. Trotzdem steht ‘Invisible’ weit hinter ‘Anonym’ zurück. Das liegt vor allem an den Figuren und ihrem ständigen Hang zum Drama. Was die Autoren dem Leser auf zwischenmenschlicher Ebene auftischen, war ja fast unerträglich. So viel nerviges Hin und Her zwischen den Protagonisten und ihren Kollegen, Freunden und Bekannten. Auch die Dynamiken zwischen dem Ermittlerduo sind für mich undurchdringlich und sie bleiben auch in diesem Teil unsympathisch. Daran ändert auch die Erzählung in erster Person Singular nichts.

Obwohl sehr schnell klar wird, wer die einzelnen Mörder sind, bleibt das große Ganze lange Zeit mysteriös und undurchdringlich. Es scheint als würden die Ermittler nur recht langsam vorankommen, aber das liegt hauptsächlich an dem unnötigen dramatischen Subplots. Drama, baby, Drama! Ich hatte leider das Gefühl, dass der Thriller künstlich in die Länge gezogen wurde und daher extrem konstruiert wirkte. Auch der ach so plötzliche und zufällige Geistesblitz, hat der Spannung und irgendwie der Glaubwürdigkeit einen Dämpfer verpasst.

Trotz plausibler Auflösung kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie das in der Realität funktionieren könnte. Natürlich ist Manipulation eine mächtige Waffe, aber wirklich so mächtig? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll und bin daher skeptisch. Klar, der Thriller behandelt ein brandaktuelles Thema, erscheint mir aber trotzdem etwas sehr weit hergeholt.

Zu dem Grand Finale fehlen mir um ehrlich zu sein die Worte. Das war definitiv über das Ziel hinausgeschossen und irgendwie unnötig, vor allem weil nicht wirklich Konsequenzen daraus gezogen werden. Mit diesem Abgang stelle ich eigentlich die ganze Funktion der Figur in Frage. Es kam mir vor, wie ein schlechter Ausstieg aus einer Daily Soap.

Mein Fazit
‘Invisible’ steckt im Vergleich zu ‘Anonym’ eindeutig zurück. Sowohl von den Figuren als auch vom Fall her, war dieser Thriller etwas schwach auf der Brust. Es war einfach zu viel des Guten. Die Idee dahinter war nicht schlecht und der Roman las sich auch runter wie Butter, aber irgendwie fehlte das gewisse Extra. Deshalb nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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