Meine Lesezeichen 2019

[Rezension] Text

Titel: Text
Original: Tekct
Autor: Dmitry Glukhovsky
Übersetzer: Franziska Zwerg
Verlag: Europa Verlag
Seiten: 368
Preis: 19,90€
ISBN: 978-3-95890-197-1
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Europa Verlag

Kurzbeschreibung
Nach sieben Jahren kehrt Ilja aus dem Straflager zurück nach Moskau. Getrieben vom Alkohol und den Geistern der Vergangenheit, sucht er nach seinem Peiniger, der ihn unschuldig hinter Gitter brachte. Als er ihn ermordet, nimmt er dessen Smartphone an sich und beginnt auf die eingehenden Nachrichten zu antworten.

Meine Meinung
Die Idee, dass sich jemand mit Hilfe eines Smartphones als jemand anderes ausgibt, ist gut, nicht originell, aber auch nicht zu weit hergeholt. Glukhovsky treibt diesen simplen Ausgangspunkt auf die Spitze, indem er einen ehemaligen Strafgefangenen das Leben eines Drogenfahnders zuerst beenden und dann dessen Leben und Geschäfte durch das Smartphone weiterführen lässt. Ein ganz und gar nicht-smarter Move von der Hauptfigur, muss ich sagen. Der Autor schafft mit dieser Version einen beunruhigenden und packenden Krimi. Er macht aus einer abgedroschenen Idee etwas Neues und brachte auf diese Weise Abwechslung in meinen Lesealltag. Man beachte an dieser Stelle vor allem das Setting, auf welches ich später noch eingehen werde.

[Werbung: Leseexemplar | Rezension] Hochamt in Neapel

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Titel:
Hochamt in Neapel
Autor: Stefan von der Lahr
Verlag: C. H. Beck
Seiten: 365
Preis: Broschur 19,95€
ISBN: 978-3-406-73133-4
Erschienen: 25.1.2019

© Coverabbildung: C. H. Beck

 

Kurzbeschreibung
Vor den Augen zweier römischer Polizisten wird ein Zollbeamter kaltblütig ermordet. Etwa zur gleichen Zeit wird in Neapel eine bedeutende und gleichzeitig skandalträchtige archäologische und kirchengeschichtliche Entdeckung gemacht. Während diese Ereignisse augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben, entspannt sich unbemerkt ein Netz zwischen den Städten und den Beteiligten, dessen Fäden viel weitreichender sind als irgendjemand ähnen könnte.

Meine Meinung
Der Ausgangspunkt dieses Kriminalromans hat mich auf ganzer Linie überzeugt und sofort in seinen Bann gezogen. Mir gefällt die Mischung aus Wissenschaft, Politik und Krimi. Ein ähnliches Konzept liegt auch den Dan Brown-Romanen oder den Indiana Jones-Filmen zugrunde. Die (inter)nationalen wirtschafts- und umweltpolitischen Verflechtungen sowie deren Zusammenhänge mit der organisierten Kriminalität Italiens werden von dem Autor sehr geschickt und kenntnisreich verwoben.

[Rezension] Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung

Titel: Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung
Autorin: Petra Hartlieb
Verlag: Dumont Verlag
Seiten: 160
Preis: 18€
ISBN: 978-3-8321-9887-9
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Dumont Verlag

 

Kurzbeschreibung
Petra Hartlieb erzählt vom Leid und von den Freuden einer Buchhändlerin zur Weihnachtszeit. Mit Illustrationen von Martin Haake.

Meine Meinung
Die Lektüre des Vorgängerbuches Meine wundervolle Buchhandlung (2014) habe ich noch sehr gut im Gedächtnis, weil sie mir damals sehr gut gefallen hat (hier geht es zur Rezension). Das kann ich allerdings nicht für dieses Buch hier behaupten. Es steht dem Vorgängerbuch um einiges nach. Denn um ehrlich zu sein, habe ich etwas mehr erwartet. Doch die enthaltenen Anekdoten stehen im Zeichen der Hektik, des Stresses und vor allem des GEJAMMERS. Zwar folgen auf Nörgelepisoden stets Abwiegelungen und Versicherungern, dass es ja eigentlich gar nicht so schlimm sei. Als Leser bekommt man allerdings einen ganz anderen Eindruck. Schade!

Die Anekdoten sind insgesamt ganz nett und erheitern, sind aber nichts, was man nicht schon mal gehört oder gelesen hätte. Der Ton ist, wie bei dem Vorgängerbuch locker, humorvoll und sympathisch. Ernst und nachdenklich eher nicht, dafür aber jammerig und nörgelig. Insgesamt war es sehr durcheinander und redundant. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass es sich bei diesen Anekdoten um diejenigen handelt, die bei Meiner wundervolle Buchhandlung aus Platzgründen gestrichen wurden und nun recycelt werden. Von Liebeserklärung an die Bücher und an die Welt der Literatur keine Spur.

Das Ende kommt sehr abrupt daher, wie aus dem Nichts. Als Leser ist man ganz verblüfft wegen des plötzlichen Endes und man hat eigentlich das Gefühl als würde etwas fehlen. Die letzten Seiten werden mit Rezepten und Buchempfehlungslisten gefüllt. Irgendwie nicht sehr einfallsreich oder originell. Lieber noch 2-3 Anekdoten mehr. Die Illustrationen von Martin Haake haben einen ganz besonderen Charme. Allerdings liegt ihre einizige Funktion darin, die Seiten zu füllen.

Möglicherweise hätte ich das Buch vor Weihnachten lesen sollen. Vielleicht hätte ich dann mehr Freude daran gehabt.

Mein Fazit
Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung ist eine sehr kurzweilige Lektüre. Ganz nett für Zwischendurch (ich habe es innerhalb von knapp zwei Stunden durchgelesen). Ich muss allerdings sagen, dass ich froh bin, dass ich mir das Buch ausgeliehen habe. Denn 18€ für nicht mal 160 Seiten (mit nicht ganz so überzeugendem Inhalt) sind mir definitiv zu viel.

[Rezension] Der Idiot des 21. Jahrhunderts

Titel: Der Idiot des 21. Jahrhunderts
Autor: Michael Kleeberg
Verlag: Galiani-Berlin
Seiten: 464
Preis: 24€
ISBN: 978-3-86971-139-3
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Galiani-Berlin

 

Kurzbeschreibung
Angelehnt an Goethes West-Östlichen Divan und Nezimas Leila und Madschnun, erzählt dieses Buch in zwölf Büchern von Kultur, Identität, Konflikt, Liebe, Philosophie, Religion, Flucht und Ankommen.

Meine Meinung
Dieses Buch ist ein Monument: zwar weniger vom Umfang her, dafür aber umso mehr hinsichtlich des Inhalts. Die Lektüre war herausfordernd und an vielen Stellen nicht einfach. Um es einfach auszudrücken: Während der Lektüre kam ich mir sehr oft wie ein richtiger Idiot vor. Inhaltlich ist das Buch ein Schmelztiegel. Es vereint (zu) viele Erzählperspektiven, Figuren, Schreibstile, Genre und Themen, dass man da schonmal den Ein- und Überblick verlieren kann. Es geht um Politik, um Wirtschaft, um Macht, um Philosophie, Religion und Mystik, um Identität(sverlust und -findung), um Kultur, um Flucht, Auswanderung, Ankommen und Fremdheit, um Freundschaft und Liebe. Das Buch setzt einen sehr großen Wissenschatz voraus, mit dem ich nicht dienen konnte.