[Rezension] Das Buch der Spiegel

Titel: Das Buch der Spiegel | Autor: E. O. Chirovici
Originaltitel: The Book of Mirrors | Übersetzer: Werner Schmitz, Silvia Morawetz
Verlag: Goldmann | Seiten: 384
Preis: Gebunden 20€ | ISBN: 978-3-442-31449-2
Erschienen: 2017

Kurzbeschreibung
Der Autor Richard Flynn lässt dem Literaturagenten Peter Katz einen Auszug aus seinem Manuskript zukommen, in dem er über die Ermordnung eines Professors aus Princeton schreibt. Der Literaturagent ist sofort Feuer und Flamme und kontakiert den Autor, um das restliche Manuskript zu erhalten. Dieser ist verstorben und das Ende des Manuskripts ist nicht auffindbar. Peter Katz ist fest entschlossen, das Manuskript zu finden und setzt dafür alle Hebel in Bewegung.

Meine Meinung
Die Grundidee dieses Romans hat mich direkt eingefangen und nicht mehr losgelassen: ein Literaturagent sucht nach dem verschollenen Ende eines Manskripts und gerät dabei in unheimliche Verstrickungen. Auf den ersten Blick – toll; aber auf den zweiten Blick hat mich der Roman in meiner Meinung zwiegespalten zurückgelassen. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Beigeisterung und leichter (oder schwerer?) Enttäuschung.

In den Auszug des Manuskripts bin ich nur sehr schwer reingekommen. Es war irgendwie sehr anstrengend zu lesen. Eine Nacherzählung mit wenig Dialog. Zunächt ist das was dort erzählt wird auch nicht sonderlich interessant oder gar spannend. Aufregend wird es erst an der Stelle, an der das Manuskript endet. Ist ja irgendwie logisch und Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Daumen hoch!

Die Handlung teilt sich auf drei verschiedene Personen auf, dabei war die von Roy Freeman am besten. John Keller hingegen hat mich zum Ende seiner Perspektive ziemlich enttäuscht und gelangweilt. Sein Handeln erschien mir viel zu erzwungen und nur ein Mittel zum Zweck. Roy Freeman war die Figur mit dem meisten Tiefgang. Er schien eine Figur zu sein, die tatsächlich etwas zu der Suche beizutragen hatte. Der Verlagsagent bleibt eigentlicht auch eher im Hintergrund.

Die Thematik des Romans: Lüge, Wahrheit, Erinnerung, macht für mich den weiteren Reiz der Geschichte aus. Diese drei Dinge bieten, wenn sie geschickt miteinander verknüpft werden, explosiven Stoff für eine spannende Geschichte. Das ist hier auch durchaus der Fall.

Die Handlung ist nicht vorhersehbar, ganz im Gegenteil: sehr sehr (sehr) verworren. Der Autor spielt mit dem Leser, er führt ihn in die Irre und macht die Wahrheit zur Lüge und die Lüge zur Wahrheit. Schade nur, dass es mich überhaupt nicht zum Rätselraten eingeladen hat, weil es eben zu verworren war. So wirklich mitgefiebert habe ich auch nicht

Das Ende hat mich unglaublich genervt und enttäuscht. Ganz nach dem Motto: Viel Lärm um Nichts! Es stellt den ganzen Ausgangspunkt der Geschichte in Frage. Ich habe mich ehrlich hereingelegt gefühlt. Wobei ich denke, dass der Autor diese Reaktion bei seinen Lesern provozieren wollte. Und deswegen ist es eigentlich fast schon wieder genial. Seine Figuren scheinen dies zumindest anzudeuten.

Fazit
„Das Buch der Spiegel“ ist ein Spiel mit der Wahrheit. Ein Spiegellabyrinth. Lug und Trug. Ich habe mich durchaus gut unterhalten gefühlt. Der Roman ist spannend und hat sehr viel zu bieten. Auch wenn ich nicht vollständig überzeugt bin, möchte ich nicht unbedingt von dem Buch abraten.

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