[Rezension] Die Spur der Bücher

Die Spur der Bücher – Kai Meyer

Verlag: Fischer FJB | Seiten: 442
Erschienen: 2015

Kurzbeschreibung
Mercy Amberdale hat nach einem gescheiterten Auftrag, bei dessen Durchführung ein tragischer Unfall geschehen ist, der Bibliomantik abgeschworen. Doch den Büchern ist sie treu geblieben. So kommt sie nicht umhin, sich mit einem mysteriösen Mordfall zu beschäftigen, bei dem ein Buchhändler in seiner Buchhandlung verbrannt ist. Und doch ist keines der Bücher zu Schaden gekommen. Während Mercy sich auf die Suche nach dem Mörder begibt, verstrickt sie sich immer tiefer in die Machenschaften der bibliomantischen Elite und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, das ihr Leben von Grund auf erschüttert.


Meine Meinung
Kai Meyer eröffnete mir mit dieser Dilogie eine völlig neue Welt. Eine Welt bis obenhin gefüllt mit buchigen Wundern: Bibliolithen, Bibliomantik, Veteratoren, Seelenbüchern, Origamis uvm. Diese bibliomantische Parallelwelt hat es in sich und bietet alles was das Herz eines Bibliophilen begehrt. Welches wohl mein Seelenbuch wäre? Wirklich faszinierend. Aber so richtigen Zugang habe ich nicht erhalten. Ich hatte stets das Gefühl, dass ich nur ein Zuschauer bin und nicht Teil der Geschichte.

Der Roman erzählt eine Detektivgeschichte. Die Hauptfigur ist Mercy, die der Bibliomantik abgeschworen hat. Im Laufe der Handlung wird sehr schnell klar, dass sie sehr viel zu verbergen hat: vor anderen aber vor allem vor sich selbst. Für einen aufmerksamen Leser, der schnell Zusammenhänge erkennt, wird schnell klar, was hinter dem großen Geheimnis ‚Mercy Amberdale‘ steckt.

Die Detektivgeschichte war leider auch nur bis zu einem gewissen Grad spannend. Teilweise waren die Handlung und die Interaktionen zwischen den Figuren etwas sehr verwirrend und recht zäh zu verfolgen. Erzähltechnisch liegt zwischen dem Prolog und der restlichen Geschichte ein großer Unterschied. Ich hätte mir gewünscht, dass die Haupthandlung ebenfalls in diesem rasanten Tempo und mit der Spannung erzählt worden wäre.

Die Beschreibungen des Cecil Court und des Liber Mundi haben mich gebannt und verzaubert. Bei Formulierungen wie „ein zerklüftetes Gebirge aus Bücherstapeln“ oder „verschüttet unter papiernen Lawinen und Felsrutschen“ geht das Herz eines jeden Bücherwurmes auf. Bei diese Stellen ist meine Vorstellungskraft auch etwas mit mir durchgegangen. Diese Beschreibungen waren auch einige der wenigen Sequenzen, während derer ich voll in die Geschichte eingetaucht bin.

Mercy kam mir insgesamt etwas konturlos daher, trotz der Entwicklung, die sie durchlebt. Sie schien mir etwas nichtssagend zu sein, irgendwie emotionslos, zu nüchtern. Man versteht, was in ihr vorgeht und weshalb sie welche Entscheidungen fällt, aber nicht, weil ihre Worte dies evozieren. Es war eher ein allgemeines Verständnis für ihre Situation. Tempest hingegen fand ich sehr stark und ich habe ihren Handlungsstrang mit Spannung und Interesse verfolgt. Ich bin gespannt, welche Rolle ihr im nächsten Roman zuteil wird. Außerdem haben mich Malahide und Thorndyke total fasziniert. Ich habe wohl doch ein Herz für Bösewichte


Mein Fazit
Insgesamt liest sich dieser Roman zwar wie Butter, aber trotzdem konnte mich die Geschichte nicht richtig mitreißen. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie es im nächsten Teil weitergeht. Der scheint auch mehr in Richtung Abenteuer und Spannung zu gehen.

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