[Plauderecke] BookSwapping

Vor Kurzem bin ich von Erlangen nach Berlin gezogen. Und wie das in der Anfangszeit in einer unbekannten, neuen Stadt so ist, kennt man sich nicht aus, kennt keine Leute und weiß nichts mit sich anzufangen. Über die App Meet up fand ich am Donnerstag (7.2.) die Gruppe For all you book-lovers: Berlin Book Swap (and more). Meet up ist eine App, in der Veranstaltungen nach Kategorien sortiert sind (z. B. Sport & Fitness, Musik, Literatur, LGBTQ usw.). Es ist eine Art Suchmaschine für die Freizeitgestaltung und zudem sehr ergiebig. Ziemlich praktisch, wenn man neu in eine Stadt kommt. So kam es, dass ich vergangenen Freitag zum ersten Mal an einem BookSwapping-Event teilnahm. Das BookSwapping-Event findet alle zwei Wochen von 19 bis 22 Uhr im Café AnnaBlume (Berlin) statt.

BookSwapping – was ist das denn?

Viele von euch kennen wahrscheinlich das Phänomen Bookcrossing. BookSwapping funktioniert so ähnlich, nur ist es meiner Meinung nach persönlicher als Bookcrossing und freier und offener als ein klassischer Buchklub, in dem zumeist nur über ein bestimmtes Buch diskutiert wird.

Das Prinzip von BookSwapping ist ganz einfach: Jeder, der an der Veranstaltung teilnehmen möchte, bringt ein Buch oder sogar mehrere mit. Dabei ist es egal, ob einem das Buch gefallen hat oder nicht oder ob man es gelesen hat oder nicht. Hauptsache man hat ein Buch dabei, das man tauschen möchte (man muss mit der Gefahr rechnen, dass man es evtl. nicht zurückbekommt). Die Bücher werden ausgelegt und jeder kann die Bücher in die Hand nehmen, darüber diskutieren, darin blättern oder sogar darin schmökern. Vorteilhaft ist es, wenn ein kleiner Pitch beiliegt, in dem bspw. auf die Stärken und Schwächen der Geschichte hingewiesen wird. Wenn einem das Buch gefällt, kann man seinen Namen in ein Post-It eintragen, welches auf dem Buch klebt. Sollten sich mehrere Leute für ein Buch interessieren, dann einigt man sich darauf, wer das Buch mitnehmen darf usw. Man kann das Buch dann bei der nächsten Veranstaltung wieder mitbringen und an die andere Person aushändigen. Das Motto lautet: „If you love it, let it go“. Genretechnisch gibt es keine Einschränkungen, je bunter desto besser!

Das BookSwapping-Event, welches ich besucht habe, war sehr international und multikulturell geprägt. Wir haben hauptsächlich Englisch gesprochen (ist aber kein Muss) und auch die Bücher waren hauptsächlich englisch Bücher (aber auch dies ist kein Muss). Ich habe den YA-Roman The Earth is Singing von Vanessa Curtis zum Tauschen mitgenommen (die Rezension dazu findet ihr auch bald auf meinem Blog. So viel kann ich verraten: ein sehr beeidnruckendes Buch). Und ich habe u.a. The Village von Nikita Lalwani mitgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesprächsthema Nummer 1 sind Bücher. Man spricht über die Bücher auf den Tischen, über Bücher, die man noch lesen möchte oder schon gelesen hat usw. Aber man spricht natürlich nicht nur über Bücher, auch über Filme, Musik oder oder oder. Dadurch, dass man viele unterschiedliche Gesprächspartner hat, kann man über viele verschiedene Themen sprechen und der Gesprächsstoff geht somit nicht aus. So ein BookSwapping-Treffen ist ideal, um neue Menschen und Bücher kennenzulernen. Denn oftmals hat man im Freundeskreis niemanden, der genauso bücherverrückt ist wie man selbst. Und bei so einem Treffen stößt man unweigerlich auf Gleichgesinnte. Außerdem kommt man mit Büchern in Berührung, die man sonst vielleicht nicht beachtet. Man schaut über seinen Bücherrand hinaus. Es ist eine tolle Gelegenheit um neue Kontakte zu knüpfen, erfrischende Gespräche zu führen, sein Englisch ein bisschen aufzupolieren und einfach mal unter Leute zu kommen. Man sollte nicht schüchtern sein! Bspw. habe ich den Autor der Fantasy-Trilogie Das Licht und die Wildnis (Matthias J. Diaz) kennengelernt, mit dem ich über das Schreiben gesprochen habe oder einen anderen BookSwapper, mit dem ich über Bollywood-Filme gesprochen habe und der mir ein paar Filmempfehlungen mitgegeben hat. Es sind auch ein paar neue Bücher auf meine Wunschliste eingezogen, die ich so niemals entdeckt hätte, wie z.B. Trajectory von Richard Russo oder The Uncommon Reader von Alan Bennett.

Ihr seht, so ein BookSwapping-Treffen ist eine tolle Erfahrung und einen Versuch wert. Falls es so eine Veranstaltung auch in eurer Nähe gibt, dann geht doch einfach mal hin oder organisiert selbst ein solches Treffen. Ich freue mich schon auf das nächste Treffen in zwei Wochen und bin schon gespannt, welches Buch dann auf mich wartet – fast wie bei einem Blinddate.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.