[Produkttest] The Book Seat

Produktdetails
Produkt: The Book Seat (Australien)
Design: Charcoal Grey
Preis: circa 30€
ISBN: 9346017000093
Hergestellt in: Vietnam
Homepage: http://www.thebookseat.com/

Das Design
Der getestete Book Seat ist dunkelgrau (genauer ‚Charcoal Grey‘) und er besteht aus einem sehr weichen, mikrofaserähnlichen Stoff. Deshalb fühlt er sich auf der Haut sehr angenehm an. Das Design ist unauffällig. Der Lesesack an sich ist leicht und steht sehr stabil, sowohl bei dicken als auch bei dünnen Büchern. Der Book Seat ist gut verarbeitet. Ich konnte keine störenden Nähte oder abstehenden Fäden entdecken. Er ist gefüllt mit Schaumstoffperlen, die es erlauben, dass er seine Form (pyramidenförmig) dem Buch und dem Untergrund anpasst. An der Pyramidenspitze befindet sich eine Lasche und auf der Rückseite ein kleines Täschchen. Der riesige Zettel auf der Unterseite sieht sehr hässlich aus. Man kann ihn aber abschneiden oder unter dem Lesesack verstecken. In der Mitte der pyramidenförmigen Buchauflage befinden sich ein Gummiband und eine Plastikschiene, die dazu dienen, das aufgeschlagene Buch zu fixieren.

Benutzung, Vor- und Nachteile
Die Benutzung des Lesesacks ist denkbar einfach: Man legt ein aufgeschlagenes Buch in die Mitte der dreieckigen Auflage. Dann schiebt man die Plastikschiene gegen die aufgeschlagenen Seiten und zieht das Gummiband mithilfe des Gummiszuges fest. Anschließend sucht man sich eine gemütliche Leseposition und beginnt zu lesen.

Solange man nicht umblättern muss, ist der Lesesack ein tolles Leseaccessoire. Man hat die Hände frei für eine Tasse Tee und/oder einen Keks. Man kann auch bequem auf dem Bauch liegen und die Arme aufstützen, ohne eine Nackenstarre zu riskieren. Das Umblättern jedoch kann zunächst eine kleine Herausforderung darstellen.

Zunächst muss man die Schiene so weit nach vorne klappen, dass die Seite problemlos über die Gummistränge und die Plastikschiene geblättert werden kann. OHNE, dass dabei die Seite beschädigt wird. Weiterhin muss man darauf achten, dass sich die Gummistränge nicht überkreuzen, sondern parallel nebeneinanderliegen. Sonst kann es auch hier zu Knicken in der Seite kommen. Die durchsichtige Plastikschiene ist funktional und erfüllt ihren Zweck: Sie verdeckt nichts, hält aber das Buch am rechten Fleck.

Am Anfang gestaltet sich das Blättern etwas umständlich und nervig. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an die Bewegung und man blättert fast schon automatisch. Trotzdem würde ich sagen, dass der Book Seat für Schnellleser eher ungeeignet ist. Wenn man den Book Seat benutzt, um ein Kochbuch beim Kochen oder Backen geöffnet zu halten, entfällt das lästige Umblättern. Der Lesesack kann auch zum Lernen benutzt werden, z. B. um Aufsätze auf Augenhöhe bei der Computerarbeit vor sich stehen zu haben. Dabei entfallen nicht nur die negativen Aspekte, sondern es verringert auch die Belastung für den Nacken. Den Lesesack kann man selbstverständlich nicht nur für gedruckte Bücher nutzen, sondern auch für eReader o. ä.. Bei dieser Benutzungsart entfallen natürlich ebenfalls die negativen Aspekte, denn der eReader hält auch ohne Schiene.

Was mich ziemlich gestört hat, und was mir auch lange nicht aufgefallen ist, ist, dass dort wo die Ecken der Schiene auf dem Buch aufliegen, u. U. hässliche Druckstellen entstehen können. Diese sind dann auf dem Schnitt, besonders bei Büchern mit buntem Schnitt, gut zu erkennen. Hier muss man also aufpassen, dass die Schiene nicht allzu fest sitzt. Allerdings darf sie auch nicht zu locker sein, weil sonst das Buch zuklappt. Fingerspitzengefühl ist gefragt. Wer sowieso dazu neigt, Eselsohren oder Leserillen in seine Bücher zu machen, der wird sich daran wohl eher weniger stören. Aber Leser, die ihre Bücher gerne unversehrt haben, sollten es sich drei Mal überlegen, ob der Book Seat etwas für sie ist. Möglicherweise hätten die Hersteller die Ecken und Kanten der Plastikschiene mit Stoff und einem Polster auskleiden sollen (allerdings wäre dadurch dann die Lesbarkeit eingeschränkt). Dadurch, dass die Auflagefläche eine dreieckige Form hat, muss man dem Buch nicht den Rücken brechen (soweit ich das bei mir beobachtet habe), denn die Auflageform unterstützt die natürliche Buchform.

Apropos, Rücken! Ich nehme beim Lesen eine undenkbar ungesunde und schlechte Haltung ein: Ich lese meist mit nach vorngebeugten Oberkörper und mit nach unten geneigtem Kopf.  Dies verschlimmert nicht nur meine gelegentlich auftretenden Rückenschmerzen, sondern macht auch meiner Nackenmuskulatur ganz schön zu schaffen. Der Lesesack schafft Abhilfe beim stundenlangen Lesen mit geneigtem Kopf und gebeugtem Oberkörper. Denn er ermöglicht ein Lesen auf Augenhöhe. D. h. mein Kopf schaut beim Lesen eher geradeaus als nach unten. Ich habe das Gefühl, dass diese Haltung meine Arme, meine Hände, meinen Nacken, aber vor allem meinen Rücken entlastet. Um eine möglichst gesunde Haltung noch weiter zu unterstützen, lege ich meistens unter den Lesesack noch ein weiteres Kissen. Dies verringert den Höhenunterschied noch ein bisschen mehr und macht das Lesen für mich noch angenehmer.

In der Produktbeschreibung eines großen Online-Händlers steht, dass der Lesesack auch als Reisekissen genutzt werden kann. Dies funktioniert, indem man den Lesesack einfach umdreht. Auf diese Weise kann man dann seinen Kopf darauf betten. Praktisch, aber für mich nicht nötig, weil ich bereits ein Reisekissen besitze. Außerdem hätte ich Angst, dass sich durch den Druck, den der Kopf verursacht (so ein Kopf ist nicht gerade leicht), die Auflageform verformen könnte.

Ich habe den Book Seat hauptsächlich in meiner Wohnung zum Lesen eingesetzt. Dabei lag er entweder auf meinen Beinen, meinem Schoß, auf der Matratze oder auf einem Kissen auf. Er steht allerdings auch auf Gras, erdigem Untergrund oder Steinplatten stabil. Selbst auf einem Busch kommt der Lesesack kaum ins Wanken. Den Dreck kann man dann einfach abklopfen.

Der Preis erscheint mir persönlich ziemlich happig. Ich musste für den Lesesack zwar nichts zahlen (da ich ihn von meiner Schwester erhalten habe, quasi aus zweiter Hand), aber als Studentin würde ich es mir tatsächlich drei Mal überlegen, ob ich 30€ für ein solches ‚Luxusaccessoire‘ hinlegen würde. Meine Schwester hat bei einem großen Online-Händler 31,09€ für den Lesesack gezahlt. Laut der Homepage des Herstellers gibt es in Deutschland keinen Laden, der diesen Lesesack vertreibt.

Abschließend nochmal kurz und knackig die Vor- und Nachteile des „The Book Seat“:

VorteileNachteile
Entlastung von Rücken und NackenDruckstellen
Bequemes LesenUmständliches Umblättern
Stabilität(Potentielle) Beschädigungen (Risse, Knicke der Seiten)
DesignPreis
Verarbeitung
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Mein Fazit
Der „The Book Seat“ ist ein praktisches Luxus-Lese-Accessoire, welches die Leseerfahrung verbessert. Doch ganz ohne Fehl und Makel ist er leider nicht. Eingeschränkte Produktempfehlung.

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