[Rezension] Weltenzerstörer

Titel: Weltenzerstörer
Autor: Cixin Liu
Original: 人和吞食者
Übersetzer: Marc Hermann
Verlag: Heyne Verlag
Erschienen: 2018
Preis: 8,99€
Seiten: 128
ISBN: 978-3-453-31925-7

© Coverabbildung: Heyne Verlag

Kurzbeschreibung
Der Weltenzerstörer nähert sich der Erde. Die Menschheit ist in Aufruhr und versucht mir aller Macht das bevorstehende Ende, die Ausbeutung und Vernichtung der Erde, abzuwenden.

Meine Meinung
Wie schon bei der Novelle ‚Spiegel‘ gilt auch, oder vielleicht sogar noch mehr: In der Kürze liegt die Würze. Denn auf schlanken 70 Seiten fasst Cixin Liu gekonnt den größten Makel oder Fehler unserer Zivilisation zusammen: unsere (eingebildete) Überlegenheit gegenüber der Natur. Mit seiner philosophischen, moralischen, dystopischen aber pointierten Erzählung hat mich der Autor erneut überrascht.

Die Hauptfiguren sind ein unbekannter Kommandant und eine außerirdische Lebensform, genannt Weiser oder auch Beißer. Obwohl die außerirdische Spezies offensichtlich anders ist, wirkt sie in der Erzählung sehr menschlich. Es scheint als würde der Mensch ein Gespräch mit sich, über sich, gegen sich und für sich selbst führen. Genial! Das Ende war sehr rührend und hat der Menschheit eine zweite Chance gegeben; anders als man es jedoch erwartet.

Enttäuschend fand ich, anders als bei ‚Spiegel‘, den Anhang der Novelle. Diesem fehlte eindeutlig ein klarer Bezug zur Geschichte. Meiner Meinung nach diente der Anhang eher als ‚Seitenfüller‘. Er hatte zwar sehr wohl einen informativen Wert, doch stand dieser mit der Geschichte in keinem näheren Zusammenhang. Schade. Weiterhin finde ich es etwas seltsam, dass in ein paar Monaten eine Erzählsammlung (‚Die wandernde Erde‘, 12.2018) des Autors erscheint, in der diese Novelle ebenfalls enthalten sein wird. Hätte ich das gewusst, hätte ich noch ein paar Monate mit dem Lesen gewartet.

Mein Fazit
‚Weltenzerstörer‘ ist augenöffnend, kritisch und wieder interstellarisch gut, auch wenn mir ‚Spiegel‘ einen Ticken besser gefallen hat (vom Aufbau und der Handlung her). Nach der Lektüre muss man sich unweigerlich die Frage stellen, wer denn nun der wahre Weltenzerstörer ist. Klare Leseempfehlung.

Lieblingszitat
„Das Gerede von der Moral lassen wir dabei besser bleiben. Im Universum ist dergleichen ohne Bedeutung.“ (S. 27)

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