[Rezension] Meine Inselbuchhandlung WERBUNG | REZENSIONSEXEMPLAR

Meine Inselbuchhandlung – Petra Dittrich mit Rainer Moritz

Verlag: Eden Books | Seiten: 224
Preis: 16,95€ | ISBN: 978-3-95910-247-6
Erschienen: 2020

Kurzbeschreibung
In Gingst auf Rügen (genau am Marktplatz) hat Petra Dittrich ihre eigene Buchhandlung eröffnet: „Der BuchLaden Rügen“. Allen Unkenrufen zum Trotz hat sie sich ihren Lebenstraum erfüllt. Und in ihrem Buch „Meine Inselbuchhandlung. Zwischen Bodden und Brandenburg“ stellt Petra Dittrich die Insel Rügen, ihre Buchhandlung und sich selbst vor.


Meine Meinung
Schon beim ersten Durchblättern wusste ich, dass dieses Buch wie für mich gemacht ist. Denn der Titel des ersten Kapitels lautet: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… und ein klein wenig Angst“. Die Autorin zitiert hier (in etwas abgewandelter Form) aus meinem Lieblingsgedicht von Hermann Hesse („Stufen“). Und ihr Zusatz spricht mir aus der Seele, wie oft habe ich mir das schon gedacht, aber nie laut ausgesprochen. Das einnehmende Eingangszitat hat mich neugierig gemacht und so habe ich Petra Dittrich auf ihrem Weg zu ihrer eigenen Buchhandlung begleitet. Das Lesen hat richtig Spaß gemacht, denn Petra Dittrich schreibt wie ihr der Schnabel gewachsen ist und dadurch vermittelt sie ein unglaublich positives und ansteckendes Lebensgefühl.

Humorvoll, offen, herzlich und charmant erzählt sie zuerst ihre eigene Geschichte. Sie beschreibt ihre Kindheit und Jugend auf Rügen, geht über zu ihren Abenteuern in Berlin, ihrer Zeit in Hamburg, was sie geprägt hat und wie sie schließlich zu dem Entschluss gelangte, das Abenteuer einer eigenen Buchhandlung zu wagen. Was mir an diesem Rückblick sehr gut gefallen hat, ist, dass sie auch immer wieder aufzeigt, wie ihre Erfahrungen von damals sich auf ihren Beruf als Buchhändlerin auswirken und sie voranbringen. Weiter erzählt sie über ihre Liebe zu Büchern, zu Katzen und sie zeigt dem Leser ihre Lieblingsorte, listet ihre Lieblingsbücher auf (von denen einige sogar auf meine Leseliste gewandert sind und sehr bald gelesen werden wollen), erzählt von Kunden, dem Tourismus, von Lesungserfolgen und -debakeln, von Ängsten und von Hoffnungen.

Vor allem erzählt sie von ihrem Buchladen, oder sollte ich besser sagen von ihren Buchläden. Auf diesen Teil habe ich mich ganz besonders gefreut. Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, wollte ich sofort wissen, was diese Buchhandlung so besonders macht und ganz ehrlich, ich möchte unbedingt nach Gingst, in der Buchhandlung stöbern, mich mit Frau Dittrich unterhalten, die Katzen streicheln, einen Sanddornlikör trinken, eine der legendären Lesungen miterleben, aber vor allem wünsche ich mir einen Zauberstein!

Wer diese Buchhandlung betritt, der findet das Besondere, das Außergewöhnliche, nicht nur die Spitzentitel, sondern auch die Titel, die in ihren Schatten verschwinden und übersehen werden. Und gerade diese Titel in den Vordergrund zu stellen, ist immens wichtig. Genauso wichtig ist es, solche Buchhandlungen wie die von Frau Dittrich zu erhalten. Ich war im vergangenen Sommer in Taormina auf Sizilien. Taormina ist ein vom Massentourismus zerstörter Ort, es reihen sich Boutiquen an Boutiquen, aber ich konnte keine Buchhandlung entdecken (ich habe aktiv nach einer Buchhandlung gesucht, weil ich zum einen italienische Literatur liebe und zum anderen immer gerne Romane über den von mir besuchten Ort lese). Und gerade an solchen Orten ist es wichtig, dass die Kultur hochgehalten wird. Ich finde es schön und lobenswert, dass Petra Dittrich dies mit ihrem BuchLaden und ihren Lesungen auf Rügen bewerkstelligt. Man merkt sehr wohl, dass sie eine „Selfmade-Frau“ ist, aber sie lässt die Geschäftsfrau in sich nicht so stark in ihren Schilderungen durchscheinen. In dem Buch geht es viel mehr um das Mensch-Sein.

Natürlich sind mir bei meiner Lektüre auch inhaltliche Parallelen zu einem anderen Buchhandlungs-Erfahrungsbericht aufgefallen. Aber das liegt einfach in der Natur der Sache, denn die Themen, mit denen man sich in diesem Kontext befassen kann, sind begrenzt. Aber dadurch, dass keine Buchhandlung und kein Buchhändler miteinander identisch sind, sind auch diese Bücher nie völlig gleich. Diese Bücher haben Persönlichkeit und sind deshalb auch abwechslunsgreich und einzigartig, wie der Mensch, der sie schreibt. Daraus ergibt sich ihr Mehrwert. Daher haben mich diese inhaltlichen Parallelen auch nicht gestört. Was mir bei Petra Dittrich sehr gut gefallen hat, war, dass sie nicht (oder zumindest kaum) jammert, nicht meckert und sich nicht beschwert: über die Menschen, den harten Arbeitsalltag usw. Außerdem positioniert sie sich politisch und das finde ich in der heutigen Zeit sehr wichtig. Auch ihr Blick in die Zukunft ist kritisch und differenziert, bleibt aber positiv. Das äußert sich vor allem in ihren Schlussworten, in denen so viel Wahrheit steckt.

Auffällig ist die Liebe zum Detail, die sich vor allem in der Gestaltung des Covers und der Kapitelüberschriften niederschlägt und das wirklich (viel zu) großzügige Layout des Buches, mit vielen freien Seiten und breitem Rand. Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, ist die Nennung von Rainer Moritz als Co-Autor. Es wird leider nicht erklärt, worin sein Beitrag besteht.


Mein Fazit
„Meine Inselbuchhandung. Zwischen Bodden und Brandenburg“ ist eine eingängige, fröhliche und abwechslungsreiche Lektüre. Das Buch ist ein gelungener Rundumschlag und zeigt die Höhen und Tiefen eines Buchhändlerinnenlebens. Für mich war die Lektüre eine schöne Alltagsflucht, die ich ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann. Und eines ist mir beim Lesen wieder klar geworden: ich wäre definitiv keine gute Buchhändlerin. Aber ich gräme mich nicht, dafür bin ich viel besser darin, Bücher zu kaufen und sie zu lesen.

Vielen Dank an Eden Books für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und somit das Vertrauen in meinen Blog und mich!

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