[Rezension] Mordet på fjorden

Mordet på fjorden – Charlotte Müntzing, Helena Waubert de Puiseau, Sanna Ad Nilsson

Das Buch liegt in der Mitte. Oben rechts liegen eine Tasse, auf der ein rotes Dalapferd abgebildet ist und ein Taschenwörterbuch Schwedisch-Deutsch.

Verlag: Circon Verlag | Seiten: 128
Erschienen: 2021

Kurzbeschreibung: Blodig! Blutig!

Drei kurze Krimi-Geschichten:
Auf einer Fähre von Schweden nach Norwegen wird eine Leiche gefunden.
Ein junges Ehepaar und das tote Kaninchen im Ehebett.
Mord in einem Luxushotel in Stockholm.


Meine Meinung: Jättesvår. Schwieriger als erwartet.

Ich lerne jetzt schon seit knapp einem Jahr Schwedisch: Die Prüfung für die Niveaustufe A1 habe ich im Frühjahr abgelegt und momentan arbeite ich daran, die Stufe A2 zu erreichen. Ich dachte also, es wäre an der Zeit für eine Schwedischlektüre.

Wenn dieser Lernkrimi eines nicht ist, dann für das Sprachniveau A1 geeignet. Die Kurzkrimis enthalten sehr viele schwierige und vor allem unbekannte Vokabeln, die man sich auch nur teilweise aus dem Kontext herleiten kann. Das an sich ist ja kein Problem, wenn die Vokabelkästchen im Text diese Wörter wenigstens enthalten würden. Manche Vokabeln werden erst später im Text erklärt, obwohl sie schon früher im Text auftauchen. Dieser Mangel an Übersetzungen führte zu ständigem Nachschlagen, was mich ziemlich frustrierte – denn manche Worte, die ich nachschlagen musste, standen dann noch nicht mal im Glossar (am Ende des Buches), zB „artrik“, „falsk“ oder „skylt“.

Natürlich ist der Sinn und Zweck dieser Lernkrimis, dass man gefordert wird, aber wenn das stattdessen in Frustration umschlägt, ist das Ziel definitiv verfehlt und der Effekt entspricht nicht den Erwartungen. Frustration ist das Schlimmste, was einem beim Fremdsprachenlernen passieren kann. Ich habe bisher noch keine anderen Lernkrimis des Verlags gelesen, weshalb mir die Vergleichsgrundlage fehlt, aber ich würde glatt sagen, dass dieses Buch eher für die Niveaustufe B1 geeignet ist.

Was mich auch sehr geärgert hat, ist dass man, um den Vokabeltrainer zu nutzen, zuerst eine App herunterladen und ich sich dann auch noch einen Account anlegen muss, weshalb ich darauf verzichtet habe. Somit kann ich dieses Zusatzangebot nicht bewerten.

Die Krimis an sich haben mir ganz gut gefallen. An der ein oder anderen Stelle hatte ich das Gefühl, dass es den Autor*innen schwer gefallen ist, sich kurz zu halten bzw. die Auflösung der Kriminalfälle simpel zu gestalten. Der Handlungsaufbau kam mir daher leider nicht ganz so flüssig vor. Insgesamt sind die Geschichten abwechslunsgreich, interessant und haben mich gut unterhalten. Geschichte Nummer 1 fand ich ganz schön abenteuerlich in seiner Struktur und Auflösung, Geschichte Nummer 2 empfand ich vom Verständnis her am schwierigsten und Geschichte Nummer 3 hat mir am besten gefallen.

Im Vergleich zu den Vokabelkästen fand ich die Infokästchen zu Land, Leute und Sprache sehr hilfreich. Die textbezogenen Übungen fand ich nützlich, aber auch herausfordernd.


Mein Fazit: Underhållande.

Der größte Schwachpunkt dieser Lernkrimis liegt meines Erachtens bei der Platzierung der Vokabelkästen sowie bei der Auswahl der dort enthaltenen Vokabeln. Der Schwierigkeitsgrad der Lernkrimis entspricht mMn nicht der Niveaustufe A1. Ich werde die Kurzgeschichten zu einem späteren Zeitpunkt nochmal lesen, um den Lerneffekt noch zu steigern. Mit diesen Einschränkungen im Kopf steht einem unterhaltenden und (halbwegs) spannenden Lesespaß nichts entgegen.


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