Meine Lesezeichen 2018

[Rezension] Thalamus

Titel: Thalamus
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe Verlag
Seiten: 446
Preis: 16,95€
ISBN: 978-3-7855-8614-3
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Loewe Verlag

 

Kurzbeschreibung
Nach einem schweren Motorradunfall wird Timo in den Markwaldhof, einer Rehabilitationsklinik für Traumapatienten, verlegt. Dort soll er sich von seinen Verletzungen erholen. In der Tat erholt er sich recht schnell. Nur sein Sprachzentrum und die Feinmotorik machen es ihm schwer mit den Ärzten, Pflegern und Mitpatienten zu kommunizieren. Dabei hätte Timo sehr viel zu erzählen. Denn nachts geschehen seltsame Dinge, die er sich nicht erklären kann.

Meine Meinung
Für ihren neuen Roman hat sich die Autorin ein interessantes Setting und eine verlockende Ausgangssituation ausgedacht. Der Umstand, dass Timo nicht oder nur sehr beschränkt kommunizieren kann, stellt eine erzählerische Herausforderung dar. Diese wurde von der Autorin gut und gekonnt umgesetzt. Timos dahingehende Hilfslosigkeit konnte ich sehr gut nachvollziehen.

Von Beginn an war alles sehr mysteriös. Der Kontrast zwischen Tag und Nacht war sehr reizvoll und düster; gruselig aber nicht so sehr. Spannend wurde es auch erst ab circa Seiten 150-200. Die erste Hälfte der Geschichte hat sich etwas gezogen und war von vielen Wiederholungen geprägt. Aber bevor es zu langweilig wurde, kam dann doch noch Schwung in die Bude.

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[Rezension] Invisible

Titel: Invisible
Autoren: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Verlag: Rowohlt Verlag
Seiten: 368
Preis: HC 14,99€, TB 9,99€, eBook 12,99€
ISBN: 978-3-8052-0015-8
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Rowohlt Verlag

 

Kurzbeschreibung
Die Hamburger Kommissare Nina Salomon und Daniel Buchholz stehen vor eine Serie rätselfhafter Mordfälle: Menschen ermorden ihre Opfer, obwohl sie ihre Opfer gar nicht kennen und sie ihnen nichts getan haben. Das Einzige, was die Morde zu verbinden scheint, ist das Motiv: Wut. Doch was steckt tatsächlich dahinter? Oder noch viel dringender, wer?

Meine Meinung
Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller, weil mir ‚Anonym‘ so gut gefallen hat. Falltechnisch wurde ich auf jeden Fall nicht enttäuscht – oder zumindest nur teilweise nicht enttäuscht. Die Autoren bieten erneut eine, wie soll ich sagen, ‚innovative‘ Mordserie mit interessanter Auflösung. Trotzdem steht ‚Invisible‘ weit hinter ‚Anonym‘ zurück. Das liegt vor allem an den Figuren und ihrem ständigen Hang zum Drama. Was die Autoren dem Leser auf zwischenmenschlicher Ebene auftischen, war ja fast unerträglich. So viel nerviges Hin und Her zwischen den Protagonisten und ihren Kollegen, Freunden und Bekannten. Auch die Dynamiken zwischen dem Ermittlerduo sind für mich undurchdringlich und sie bleiben auch in diesem Teil unsympathisch. Daran ändert auch die Erzählung in erster Person Singular nichts.

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[Rezension] Kopfzecke

Titel: Kopfzecke
Autor: Iris Blauensteiner
Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
Seiten: 174
Preis: 19,90 €
ISBN: 978-3-218-01044-3
Erschienen: 2016

© Coverabbildung: Verlag Kremayr & Scheriau

 

Kurzbeschreibung
Moni pflegt ihre demenzkranke Mutter. Während ihr eigenes Leben fast daran zerbricht, kämpft sie um die letzten Erinnerungen ihrer Mutter.

Meine Meinung
Es ist schwer eine Geschichte, die so einen starken privaten Charakterzug aufweist, zu rezensieren, geschweige denn zu bewerten.

Das Erste was mir beim Lesen aufgefallen ist, ist, dass man diese Aufzeichnungen nicht schnell lesen sollte. Während Moni die Zeit durch die Finger rinnt, muss sich der Leser genau diese Zeit nehmen. Ansonsten versteht man nicht richtig, verpasst die eigentliche Aussage hinter den Worten oder vielmehr hinter den wortgewaltigen Bildern. Denn die Autorin arbeitet bei der Erzählung sehr viel mit Metaphern, Vergleichen und sprachlichen Bildern. Das Bild der ‚Kopfzecke‘ ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür. Der Leser begibt sich auf eine Reise durch ein kompliziertes Emotions- und Sprachgeflecht. Es ist eine düstere Erzählung, die sehr stark von Vergänglichkeit geprägt ist.

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[Rezension] Vox

Titel: Vox
Autorin: Christina Dalcher
Original: Vox
Übersetzerinnen: Susanne Aeckerle, Marion Balkenhol
Verlag: S. Fischer Verlage
Erschienen: 2018
Seiten: 400
Preis: 20€
ISBN: 978-3-10-397407-2

© Coverabbildung: S. Fischer Verlage

Kurzbeschreibung
In den USA dürfen Frauen nicht mehr als 100 Wörter am Tag sprechen. In Schulen werden Mädchen durch Wettbewerbe und Preise dazu angehalten, so wenig wie möglich zu sprechen. Doch die Wissenschaftlerin Dr. Jean McClellan möchte dies nicht hinnehmen. Als ihr die Regierung eines Tages eine unerwartete Chance gibt, ihre Stimme und ihre Arbeit für etwas Gutes zu nutzen, beginnt der Kampf um die Rechte der Frauen.

Meine Meinung
Vor Kurzem habe ich noch einen Roman gelesen, in dem es darum ging den Frauen, auf unkonventionelle Art und Weise, eine Stimme zu geben. Nun lese ich wie den Frauen die Stimme, auf eine menschenunwürdige Art und Weise, genommen wird. So schnell kann sich das Blatt wenden.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt und ist ganz einfach. Durch die Ich-Erzählung sind die Ereignisse greifbar und nachvollziehbar. Glücklicherweise handelt es sich bei der Erzählweise um ein eher distanziertes Erzählen, das die Ereignisse reflektiert und kommentiert. Und sich so nicht in einem Wirbel von Emotionen verliert.

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[Rezension] Der Sommerdrache

Titel: Der Sommerdrache
Band: Die ewigen Gezeiten 1
Autor: Todd Lockwood
Original: The Summer Dragon
Übersetzer: Franca Fritz, Heinrich Koop
Verlag: S. Fischer Verlage
Seiten: 656
Erschienen: 2018
Preis: 16,99€
ISBN: 978-3-596-29860-0

© Coverabbildung: S. Fischer Verlage

Kurzbeschreibung
Als Tochter eines Drachzüchters wartet Maia schon ihr ganzes Leben auf einen eigenen Drachen. Nun rückt der Nesttag näher und die Erfüllung ihres Traumes gerät in greifbare Nähe, denn endlich ist sie alt genug. Doch ein Krieg bedroht das Reich und das Militär plant alles Drachenjungen für den Kampf einzuziehen. Verzweifelt versucht Maia ihren Traum doch noch zu erfüllen und begibt sich deshalb auf eine waghalsige Mission. Dabei entdeckt sie, dass der Krieg bereits näher ist als bisher geahnt.

Meine Meinung
‚Der Sommerdrache‘ bietet dem Leser einen spektakulären High-Fantasy-Roman, mit bewundernswerten Figuren und faszinierenden sozialen, kulturellen und politischen Strukturen. Drachen sind in dieser Geschichte nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern ein fester Bestandteil – der Kern der Handlung. Sie sind nicht nur erdacht, sondern richtig ins Leben gerufen und werden auf den Seiten lebendig. Einfach ein wahres Fest der Fantasie.

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[Rezension] Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen

Titel: Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen
Autorin: Balli Kaur Jaswal
Original: Erotic Stories for Punjabi Widows
Übersetzerin: Stefanie Retterbusch
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 480
Preis: 10€
Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-442-48661-8

© Coverabbildung: Goldmann Verlag

Kurzbeschreibung
Nikki ist eine junge Londonerin mit indischen Wurzeln, die ihren eigenen Lebensweg noch nicht gefunden hat. Seit sie ihr Jurastudium abgebrochen hat, arbeitet sie in einer Bar. Ihre traditionsbewusste Mutter und Schwester halten wenig von Nikkis modernen Lebensstil. Als Nikki die Heiratsannonce ihrer Schwester im Tempel aufhängt, entdeckt sie eine Ausschreibung für die Stelle als Leiterin einer Schreibwerkstatt für indische Frauen. Doch als sie ihre Schülerinnen kennenlernt, wird sehr schnell klar, dass kaum eine von ihnen Lesen oder Schreiben kann. Wider Erwarten wird aus dem Alphabetisierungskurs eine Schreibwerkstatt der besonderen Art: Die Frauen beginnen aus dem Nähkästchen zu plaudern und tauschen Erotikgeschichten aus. Ohne es zu wollen, bringt Nikki Bewegung in die traditionsverfahrene indische Gemeinschaft Londons und kommt dabei wohlgehüteten Geheimnissen auf die Spur.

Meine Meinung
Als ich mir den Klappentext zum ersten Mal durchlas, wusste ich nicht was mich erwartet. Der Klappentext erwähnt mit keinem Wort, dass es sich bei den ‚geheimen Geschichten‘ um Erotikgeschichten handelt. Hätte ich mir den englischen Titel angeschaut (Erotic Stories for Punjabi Widows), wäre es mir natürlich sofort aufgefallen. Es ist mir immer noch ein Rätsel, was sich der deutsche Literaturbetrieb dabei gedacht hat, die wahre Natur dieses Romans zu verschleiern.

Anfangs habe ich mich deshalb ein wenig veräppelt gefühlt, weil ich mit dem Erotik-Genre einfach nichts anfangen kann. Es brauchte Geduld und Überwindung meinerseits diesen Roman zu lesen. Aber nun da ich das Buch ausgelesen habe, bin ich doch erleichtert, weil die Erotik nicht allzu sehr im Vordergrund stand, sondern eher als Mittel zum Zweck fungierte. Wenn man möchte, kann man die vereinzelt eingestreuten Erotikgeschichten übergehen, weil ihr Inhalt selbst nicht ausschlaggebend für die Handlung ist. Sie haben eher einen symbolischen Charakter. In diesem Roman sind sie ein Zeichen der Emanzipation. Und das finde ich grandios!

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[Rezension] Spiegel – Cixin Liu

Titel: Spiegel
Autor: Cixin Liu
Übersetzer: Marc Hermann
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 108 (+ Anhang)
Erschienen: 2017
Preis: 9,99€
ISBN: 9783453319127

© Coverabbildung: Heyne Verlag

Kurzbeschreibung
In einem China der Zukunft deckt ein Beamte einen Korruptionsskandal auf. Doch bevor der Beamte den Skandal publik machen kann, wird er verhaftet und landet selbst im Gefängnis. Dort taucht ein mysteriöser Mann auf und verwickelt den Beamten in ein Gespräch über Supercomputer, Quantentheorie, Superstringtheorie und über das Zeitalter des Spiegels.

Meine Meinung
Normalerweise schaue ich mir sehr gerne mal einen Sci-Fi-Film oder eine Si-Fi-Serie (Stargate forever ♥) an, aber ich nehme selten ein Buch aus diesem Genre in die Hand. Bei ‚Spiegel‘ habe ich eine Ausnahme gemacht und darüber bin ich sehr froh, da mir ansonsten eine starke Geschichte durch die Lappen gegangen wäre. Diese Novelle hat mich mit seinem recht simplen Setting aber mit seiner raffinierten Erzählweise in Erstaunen versetzt und mich verblüfft.

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[Rezension] In Kalabrien

Titel: In Kalabrien
Autor: Peter S. Beagle
Original: In Calabria
Übersetzer: Oliver Plaschka
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 164
Erschienen: 2018
Preis: HC 16€
ISBN: 978-3-608-96217-8

© Coverabbildung: Klett-Cotta

Kurzbeschreibung
Claudio, ein in die Jahre gekommener Kalabrier, macht eines Tages auf seinem kleinen Bauernhof eine wahrhaft magische Entdeckung: Ein Einhorn ist bei ihm aufgetaucht und richtet sich häuslich bei Claudio ein. Daraufhin muss er sich mit den Medien und der Mafia auseinandersetzen, um das Einhorn zu schützen.

Meine Meinung
Es ist jetzt offiziell: Peter S. Beagle ist nicht nur rückwirkend der Held meiner Kindheit, sondern ist auch ein fester Bestandteil meines Erwachsenendasein.

Diese Geschichte des Einhorns hat mich in weiten Teilen an eine moderne Fabel erinnert. Obwohl die Tiere nicht personfiziert wurden oder wie Menschen handeln, hatten sie trotzdem etwas Menschliches an sich. Mensch und Tier sind sich in ihrem Verhalten gegenüber des Einhorns sehr ähnlich. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Geschichte den Leser belehren wollte bzw. Kritik an seiner Einstellung gegenüber der Natur übt und an seiner Überheblichkeit oder seinem Alleinanspruch über die Natur herrschen zu wollen. Aber bevor ich mich in etwaigen literaturwissenschaftlichen Analysen verliere – ein Gebiet, welches ich nach dem Bachelor hinter mir gelassen habe – fasse ich es so zusammen: Dieser Roman erzählt eine fabel- und märchenhafte Geschichte, mit modernen Elementen und ist gekennzeichnet von einem eher altertümlichen Klang.

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[Rezension] Anonym

Titel: Anonym
Autoren: Ursula Poznanski & Arno Strobel
Verlag: Wunderlich (Rowohlt Verlag)
Seiten: 384
Erschienen: 2016
Preis: HC 19,95€
ISBN: 978-3-8052-5085-6

© Coverabbildung: Wunderlich (Rowohlt Verlag)

 

Kurzbeschreibung
Bei ihrem ersten gemeinsamen Fall müssen sich die Kommissare Daniel Buchholz und Nina Salomon mit einem hinterhältigen, anonymen Killer befassen, der seine Opfer auf perfide Art und Weise auswählt: Im Darknet-Forum ‚Morituri‘ können User eine Person vorschlagen, die ihnen zuwider ist. Aus diesem Pool von möglichen Opfern wählt der Mörder die Kandidaten aus und lässt die User darüber abstimmen, wer den Tod am meisten verdient hat. Für Buchholz und Salomon beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und auch gegen ihre eigenen Geister der Vergangenheit.

Meine Meinung
Was war denn das? Ich bin immer noch ziemlich geplättet. Ganz zu Beginn war ich wirklich skeptisch und war auch versucht, das Buch beiseite zu legen – aber zum Glück habe ich es nicht soweit kommen lassen. Ein wahres Jahreshighlight hatte ich mit dem Thriller ‚Anonym‘ in den Händen.

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[Rezension] Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

Titel: Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek
Autor: David Whitehouse
Original: Mobile Library
Übersetzerin: Dorothee Merkel
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 315
Erschienen: 2015
Preis: HC 20€
ISBN:  978-3-608-50148-3

© Coverabbildung: Klett-Cotta

Kurzbeschreibung
Bobby Nusku ist ein einsamer Junge: er lebt zusammen mit seinem Vater und dessen Lebensgefährtin, sein einziger Bezugspunkt ist sein bester Freund Sunny und Bobby verbringt seine Freizeit damit, die Spuren seiner Mutter zu suchen und zu katalogisieren. Doch als sein bester Freund wegzieht und er Rosa und ihre Mutter Val kennenlernt, gerät sein Leben aus den Fugen. Der Kitt, der schlussendlich alles zusammenhält, sind Bücher, eine Reise in einem Bücherbus und eine tiefe und ehrliche Freundschaft zu Rosa, Val und Joe.

Meine Meinung
Während der ersten Kapitel war ich recht perplex und wusste das Gelesene nicht richtig einzuordnen. Der Roman fängt ganz bizarr an, in medias re, und zwar mit dem Ende – oder das von dem man denkt es sei das Ende. Dieser Einstieg vermittelt ein verkehrtes Bild von Bobby Nusku und der erwachsenen Frau. Und schneidet damit ein ganz sensibles Thema an. Hm, moment, ging es nicht eigentlich um eine gestohlene Bibliothek, und nicht um die Beziehung zwischen einer erwachsenen Frau und einem Kind? Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, denke ich, dass der Autor ein Genie ist – denn es geht um beides, aber anders es zunächst scheint. 

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