Meine Lesezeichen 2018

[Rezension] Die Herzogin der Bloomsbury Street

Titel: Die Herzogin der Bloomsbury Street | Original: The Duchess of Bloomsbury Street
Autorin: Helene Hanff | Übersetzerin: Susanne Höbel
Verlag: Hoffmann & Campe | Seiten: 208
Preis: HC 14,99€ | Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-455-60022-3

Kurzbeschreibung
„Die Herzogin der Bloomsburry Street“ ist die Fortsetzung von „84, Charing Cross Road“. In Tagebuchform schildert Helene Hanff die Begebenheiten ihres ersten Londonbesuchs.

[Rezension] Die Ehefrau

Titel: Die Ehefrau | Autorin: Meg Wolitzer
Übersetzer: Stephan Kleiner | Original: The Wife
Verlag: DuMont Verlag | Seiten: 270
Preis: HC 23€ | ISBN: 978-3-8321-9816-9
Erschienen: 2016

Kurzbeschreibung
Auf dem Weg zur Preisverleihung des Helsiniki-Preise beschließt Joan Castleman ihren Ehemann, Joe Castleman, zu verlassen. Heute ist er ein berühmter Schriftsteller, früher war er Joans Dozent für Kreatives Schreiben. Für ihren Ehemann und seinen Erfolg hat sie vieles geopfert – nicht nur ihre Karriere, sondern auch sich selbst. Während des Fluges lässt sie ihre Ehe Revue passieren und deckt dabei haarsträubende Wahrheiten auf.

[Rezension] Darknet

Titel: Darknet | Autor: Stefan Mey
Verlag: C. H. Beck | Seiten: 239
Preis: Paperback 14,95€ | ISBN: 978-3-406-71383-5
Erschienen: 2017

Kurzbeschreibung
Stefan Mey nimmt den Leser mit in die Tiefen des Darknets. Er klärt den Leser über illegale Marktplätze, Waffenhandel, Terrorismus und Whistleblower (uvm) auf.  Er erklärt wie das Darknet funktioniert und erzählt von seinen Ursprüngen. Macht euch auf eine Reise auf die dunkle Seite des Internets gefasst.

Meine Meinung
Das Verbotene strahlt eine ganz besondere Anziehungskraft aus: Es scheint aufregender, es reizt uns. So ergeht es mir zumindest mit dem Darknet, das ja an sich nicht verboten bzw. illegal ist (es kommt nur ganz darauf an, was man dort macht!). Es kann genauso legal bzw. illegal sein wie das ’normale‘ Internet. Das war eines der ersten Dinge, die ich lernte als ich das Sachbuch „Darknet“ las. Auch im Clearnet, unserem Internet, gibt es Waffen, Drogen oder Schlimmeres; man muss nur wissen wo. Die Medien haben mich auf das Phänomen Darknet aufmerksam gemacht und meine Neugierde geweckt. Nach diesem Sachbuch bin ich zwar schlauer und habe einen etwas differenzierten Blick auf das Phänomen, ich bin aber auch neugieriger als zuvor. Es gibt langweilige Sachbücher und es gibt Sachbücher, die eine ungeahnte Faszination und Neugier in uns auslösen. Das Sachbuch von Stefan Mey gehört zur letzten Sorte.

Ich habe verstanden warum das Darknet ein Tabu ist und auch warum es nicht als solches behandelt werden sollte. Mey beantwortet mit seinem Sachbuch ein paar grundlegende Fragen. Zu allererst: Was ist das Darknet überhaupt? Wo kommt es her? Wo geht es hin? Er erklärt das Darknet, seine vielfältigen negativen Seiten, aber auch seine vielen positiven Verwendungen (ja, die gibt es). Er klärt auf über die verborgenen Dynamiken, spricht über Terrorismus und Missbrauchsabbildungen. Er versucht mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen und zeigt ihren wahren Kern. Er berichtet darüber in einem neutralen und nicht reißerischen Ton. Besonders gut hat mir gefallen, dass er, wenn er das Darknet in die analoge Welt holt (z.B. vom Ausheben von Drogendealern spricht), sich auf Vorkommnisse aus Deutschland konzentriert. Das macht das Ganze noch eine Spur greifbarer.

Bei „Darknet“ handelt es sich um ein aufschlussreiches, informatives aber bis zu einem gewissen Grad auch anspruchsvolles Sachbuch. In Zeiten des digitalen Wandels sind solche Bücher sehr wichtig. Nur wenn man sich angemessen informiert, kann man sich eine Meinung bilden. Wir müssen die Welt, in der wir leben auch verstehen, um ein richtiges Leben führen zu können. Dazu braucht man Bücher, die eine solche Aufklärung leisten.

Ich hätte zwar gerne noch mehr erfahren und mehr gelesen, denn über das Darknet gibt es noch so viel zu erzählen. Da sind mir 239 Seiten etwas zu wenig. Aber für einen Einstieg eignet sich dieses Sachbuch allemal. (Eine kleine Bemerkung am Rande: Das Prinzip der Sternchen (z.B. Forscher*innen) ist sehr löblich und bei einer wissenschaftlichen Publikation auch durchaus angebracht, aber es stört den Lesefluss ungemein.)

Fazit
Nach der Lektüre dieses Buches ist das Darknet gar nicht mehr so bedrohlich und dunkel. Stefan Mey hat viel Licht ins Dunkel gebracht. Zwar ist mir das Darknet immer noch suspekt, neugierig bin ich immer noch. Absolute Leseempfehlung.