[Rezension] Fremd

Titel: Fremd
Autoren: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Verlag: Rowohlt Verlag
Seiten: 393
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-8052-5084-9
Erschienen: 2015

© Coverabbildung: Rowohlt Verlag

 

Kurzbeschreibung
Als Erik Abends nach Hause kommt, wird er von seiner Verlobten Joanna gewaltsam attackiert. Es stellt sich heraus, dass sie ihn aus ihrem Leben und Kopf gelöscht hat – ohne es zu wissen. Wie kann das sein? Was steckt dahinter?

Meine Meinung
Die Grundidee, die diesem Thriller zugrundliegt, ist genial. Joanna erkennt ihen Verlobten Erik nicht mehr. Erik ist fassungslos und versteht nicht, was passiert ist. Der Leser wird mit einem Wechselbad der Gefühl konfrontiert (Drama baby, Drama!). Die Handlung schreitet wellenartig voran. Momente der Ruhe werden abgelöst von Momenten der Eskalation. Es ist ein Auf und Ab. Man ist hin- und hergerissen. Man regt sich mit den beiden Hauptfiguren auf, wählt eine Seite und im nächsten Moment wechselt man über. Dabei sind beide Figuren alles andere als sympathisch.

[Rezension] Die Königin von Lankwitz

Titel: Die Königin von Lankwitz
Autor: Max Urlacher
Verlag: Ullstein Buchverlage
Seiten: 201
Preis: TB 10 €
ISBN: 978-3-548-29019-5
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Ullstein Buchverlage

 

Kurzbeschreibung
Bea und Irene kommen frisch aus dem Knast und wollen unter keinen Umständen zurück. Um sich ihr Leben zu finanzieren, gründen die beiden Freundinnen eine Ich-AG: Sie helfen Frauen dabei, Rache an den Männern zu nehmen, die das Leben nur unnötig schwer machen. Doch die Konkurrenz lauert schon.

Meine Meinung
Hätte ich vor dem Lesen das K-Orakel konsultiert, hätte ich gewusst, dass dieses Buch nichts für mich ist. Aber wie heißt es so schön? Hinterher ist man immer schlauer. Sowas Trashiges habe ich lange nicht gelesen. Das Buch ist natürlich nicht durch und durch schlecht. Es gibt ein paar Highlights, diese sind allerdings kurzlebig und gehen sehr schnell im Rest der sehr abstrus und verrückt anmutenden Geschichte unter. Zu meinen Highlights zählen: das K-Orakel, Herbert, die zwei Hauptfiguren und der Epilog. Bea und Irene sind zwei Marken, sehr originell gestaltet, durch und durch theatralisch und absolut (un)glaubwürdig.

[Rezension] Regenwörter

Titel: Regenwörter
Autorin: Rose Ausländer
Reihe: Reclams Universal-Bibliothek Nr. 8959
Verlag: Reclam Verlag
Seiten: 115
Preis: 3,40€
ISBN: 978-3-15-008959-0
Erschienen: 1994

© Coverabbildung: Reclam Verlag

Meine Meinung
Ich weiß nicht, weshalb ich zu diesem Gedichtband griff. Womöglich weil ich seit geraumer Zeit in einer Schreibgruppe aktiv schreibe und es gewohnt bin, lyrische Texte zu lesen, zu schreiben und zu hören? Vielleicht auch nur wegen des ausdrucksstarken Titels? Wie dem auch sei, ‚Regenwörter‘ war ein absoluter Glücksgriff.

An Gedichten missfallen mir häufig die Reime. Rose Ausländer hat einen sehr angenehmen und modernen Stil – ohne Reime. Man muss die Gedichte langsam lesen, am besten sollte man sie sich laut vorlesen (lassen). So klingen die Worte und die Emotionen, die sie transportieren, am stärksten. Manche Wörter entfalten ihre Kraft erst, wenn man sie isoliert von anderen liest. Rose Ausländers Sprache ist sehr ausdrucksstark, gelegentlich etwas düster. Die Sprachbilder sind beeindruckend und riefen bei mir eine Gänsehaut hervor. Oft fühlte ich beim Lesen eine unbestimmbare Melancholie, eine Sehnsucht nach dem Leben.

[Plauderecke] Mein neues Projekt

Hallo ihr Lieben!

Ich möchte euch in diesem Beitrag ein neues Projekt vorstellen, welches ich mir in den Kopf gesetzt habe. Viel Spaß!

Während meines Bachelorstudiums habe ich zu gleichen Teilen Kurse in der Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaft belegt. Eine Veranstaltung der Literaturwissenschaften, die bei mir hängen geblieben ist, ist das Seminar ‚Einführung in die Literatur der Romantik‘. Im Rahmen dieses Seminars haben wir uns mit der literarischen Epoche der Romantik auseinandergesetzt und haben im Rahmen dessen Romane und Erzählungen gelesen. Dazu gehörten u. a. E. T. A. Hoffmann: „Der Sandmann“, Ludwig Tieck: „Der blonde Eckbert“, Adalbert von Chamisso: „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“. Die Lektüre dieser Geschichten hat mir schon damals sehr viel Spaß gemacht. Das anschließende Analysieren und Interpretieren zwar nicht sooo sehr, aber das ist jetzt auch eher zweitrangig.

Genauso verhielt es sich auch an der Schule mit den Pflichtlektüren. „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann habe ich genauso gern gelesen wie „Twilight“ zu der Zeit. Wie das zu werten ist, keine Ahnung. Ich möchte mich damit auch nicht profilieren oder besondere Anerkennung erhalten. Ich bin im Grunde ein sehr neugieriger und wissbegieriger Mensch. Und in Bezug auf Bücher war ich das schon eh und je. Deswegen starte ich das Projekt ‚Meine Universal-Bibliothek‘.

Ich habe lange hin und her überlegt (inspiriert wurde ich auch von Timos aka Rainbookworlds ‚Klassikmontag‘). Nun steht der Entschluss fest. Ich möchte zurück zu dieser Art Literatur: den Klassikern der Deutschen Literatur. Als guten Vorsatz, nicht zum neuen Jahr, sondern ab jetzt, nehme ich mir vor 1-2 Texte der Deutschen Literatur im Monat zu lesen. Dabei behilflich wird mir das Reclam Gesamtverzeichnis und die Universal-Bibliothek (ebenfalls von Reclam) sein. Es ist nicht nur eine Aktion oder eine Langzeit-Challenge, sondern viel mehr, nämlich ein Lebensprojekt. Denn die Universal-Bibliothek umfasst in etwa 3000 Titel. Ich sage ja, ein Lebensprojekt. Bei diesem Projekt handelt es sich nicht um eine Kooperation mit dem Reclam Verlag oder um Werbung o. ä.

Falls euch dieses Projekt interessiert, könnt ihr es gerne auf meinem Blog und meinen sonstigen Kanälen verfolgen. Es gibt eine Projektseite, auf der ich die bisher gelesenen Texte aufliste und mit Links zu den entsprechenden Rezensionen versehen werde. Ich würde mich freuen, mich über die Texte mit euch auszutauschen. Und wer weiß, vielleicht findet der ein oder die andere eine Geschichte, die er oder sie selbst gerne mal lesen möchte. Oder wer weißt, vielleicht habt ihr ja sogar Lust mitzumachen?

Der erste Text, den ich lese, ist ‚Regenwörter‘ von Rose Ausländer.

Falls ich euch dazu animieren konnte mitzumachen, dann schreibt es mir doch in die Kommentare.

Eure Wiebke

[Rezension] Samuel. Ein Weg durch Licht und Schatten

 

Titel: Samuel – Ein Weg durch Licht und Schatten
Autorin: Susanne Willeke
Verlag: Novum Verlag
Seiten: 368
Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-95840-613-1
Preis: eBook 11,99 €

© Coverabbildung: Novum Verlag

 

 

 

Kurzbeschreibung
Der Engel Samuel, das Menschenmädchen Rika und die Dämonen Yasha und Zif begeben sich auf eine lange Reise. Sie sind auf der Suche nach Recht und Wahrheit. Und während dieser aussichtslos scheinenden Suche, müssen sie so manch Abenteuer bestehen.

Meine Meinung
Susanne Willeke habe ich vor ein paar Monaten zufällig kennengelernt, als wir beide vor dem Büro eines Professors auf den Beginn der Sprechstunde warteten. Wir kamen ins Gespräch und sie verriet mir, dass ihr Roman bald erscheinen würde. Daraufhin sind wir in Kontakt geblieben.

[Rezension] Kleine große Schritte

Titel: Kleine große Schritte
Original: Small great things
Autorin: Jodi Picoult
Übersetzerin Elfriede Peschel
Verlag: C. Bertelsmann
Seiten: 592
Preis: 20€
ISBN: 978-3-570-10237-4
Erschienen: 2017

© Coverabbildung: Hodder & Stoughton

 

Kurzbeschreibung
Ruth Jefferson arbeitet seit 20 Jahren als Säuglingsschwester. Doch als sie eines Tages ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr dies von ihrer Vorgesetzten untersagt. Die Eltern, beide ‚weiße Suprematisten‘, wollen nicht, dass sich eine Afroamerikanerin um ihr Baby kümmert. Als es zu einem Notfall kommt und Ruth die einzig anwesende Pflegekraft ist, setzt sie sich über das Verbot hinweg. Doch das Kind stirbt und Ruth wird des Mordes angeklagt.

Meine Meinung
‚Kleine große Schritte‘ ist mal wieder ein typischer Picoult: Der Roman behandelt ein sehr aktuelles und gesellschaftskritisches Thema, und zwar Rassismus und Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA (durch sog. ‚weiße Suprematisten‘). Ich habe diesen letzten Teil absichtlich in Klammern gesetzt, weil der Rassismus und die Diskriminierung, von der man im Roman liest, nicht nur (zwar hauptsächlich) von ‚weißen Suprematisten‘ ausgeübt wird, sondern auch unbewusst durch die ’normale Bevölkerung‘. Rassismus und Diskriminierung sind kein amerikanisches Phänomen, sondern ein internationales Problem. Rassismus und Diskriminierung machen vor niemandem Halt, egal welche Hautfarbe, welches Geschlecht oder welche Religionszugehörigkeit. Das wird in Picoults Roman glasklar.

[Rezension] Sagte Sie

Titel: Sagte Sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht
Herausgeberin: Lina Muzur
Verlag: Hanser Verlag
Seiten: 224
Preis: HC 20€
ISBN: 978-3-446-26074-0
Erschienen: 2018

© Coverabbildung: Hanser Verlag

 

Kurzbeschreibung
In dieser Anthologie wurden 17 Erzählungen von 17 Autorinnen gesammelt, die das Beziehungsgeflecht zwischen Männern und Frauen aus allen möglichen Perspektiven behandeln. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen dabei Sex und Macht.

Meine Meinung
Hauptaugenmerk der Geschichten liegt, wie der Titel bereits verrät, auf Sex und Macht. Doch es geht um noch viel mehr: es geht um Angst, Wut, Scham und Begehren. Es geht um das Miteinander von Männern und Frauen, Frauen und Frauen. Es geht nicht nur um das Miteinander von Erwachsenen, sondern auch um das von Kindern. In der Gesellschaft, in der Familie, im Beruf. Die Hauptfiguren sind nicht immer Opfer, sondern auch Täter.

[Produkttest] The Book Seat

Produktdetails
Produkt: The Book Seat (Australien)
Design: Charcoal Grey
Preis: circa 30€
ISBN: 9346017000093
Hergestellt in: Vietnam
Homepage: http://www.thebookseat.com/

Das Design
Der getestete Book Seat ist dunkelgrau (genauer ‚Charcoal Grey‘) und er besteht aus einem sehr weichen, mikrofaserähnlichen Stoff. Deshalb fühlt er sich auf der Haut sehr angenehm an. Das Design ist unauffällig. Der Lesesack an sich ist leicht und steht sehr stabil, sowohl bei dicken als auch bei dünnen Büchern. Der Book Seat ist gut verarbeitet. Ich konnte keine störenden Nähte oder abstehenden Fäden entdecken. Er ist gefüllt mit Schaumstoffperlen, die es erlauben, dass er seine Form (pyramidenförmig) dem Buch und dem Untergrund anpasst. An der Pyramidenspitze befindet sich eine Lasche und auf der Rückseite ein kleines Täschchen. Der riesige Zettel auf der Unterseite sieht sehr hässlich aus. Man kann ihn aber abschneiden oder unter dem Lesesack verstecken. In der Mitte der pyramidenförmigen Buchauflage befinden sich ein Gummiband und eine Plastikschiene, die dazu dienen, das aufgeschlagene Buch zu fixieren.

[Rezension] Weltenzerstörer

Titel: Weltenzerstörer
Autor: Cixin Liu
Original: 人和吞食者
Übersetzer: Marc Hermann
Verlag: Heyne Verlag
Erschienen: 2018
Preis: 8,99€
Seiten: 128
ISBN: 978-3-453-31925-7

© Coverabbildung: Heyne Verlag

Kurzbeschreibung
Der Weltenzerstörer nähert sich der Erde. Die Menschheit ist in Aufruhr und versucht mir aller Macht das bevorstehende Ende, die Ausbeutung und Vernichtung der Erde, abzuwenden.

Meine Meinung
Wie schon bei der Novelle ‚Spiegel‘ gilt auch, oder vielleicht sogar noch mehr: In der Kürze liegt die Würze. Denn auf schlanken 70 Seiten fasst Cixin Liu gekonnt den größten Makel oder Fehler unserer Zivilisation zusammen: unsere (eingebildete) Überlegenheit gegenüber der Natur. Mit seiner philosophischen, moralischen, dystopischen aber pointierten Erzählung hat mich der Autor erneut überrascht.

[Montagsfrage] Lesen und Hörbücher

Wie an dem Banner unschwer zu erkenn ist, ist die Montagsfrage umgezogen. Es ist nicht mehr Svenja aka. Buchfresserchen, die sie stellt, sondern Antonia von Lauter & Leise. Ich habe schon sehr sehr lange nicht mehr teilgenommen, deswegen freue ich mich umso mehr, dass um die heutige Frage, mit der ich wieder einsteige:

Ist Hörbuch-Hören für dich mit ’klassischem’ Lesen gleichzusetzen? Oder ist beides für dich grundverschieden?

Für mich sind die beiden Sachen nicht gleichzusetzen.

Ich erlebe und erfahre das Lesen und das Hörbuch-Hören auf unterschiedliche Art und Weise. Beim Lesen verlasse ich mich auf die Stimme in meinem Kopf, die die Bilder heraufbeschwört. Egal welche Figur spricht, meine Stimme klingt immer so, wie die Figur zu klingen hat. Beim Hörbuch-Hören muss die Chemie zwischen Vorleser und meiner Vorstellung stimmen (bei einer Verfilmung ist das Verhältnis noch ein Ticken schwieriger). Wenn der Vorleser die Wörter anders betont als ich tun würde oder die Stimme höher stellt, wo ich sie tiefer gestellt hätte, dann kann ich mich nicht auf die Geschichte konzentrieren.

Wenn ich lese, lese ich. Dann mache ich nebenbei nichts anderes. Dann läuft keine Musik und auch kein Fernseher. Aber wenn ich ein Hörbuch höre, dann stricke, puzzle, esse, rätsle, rasiere, dusche ich oder mache den Abwasch. Oder ich bin kurz davor einzuschlafen. Denn meistens höre ich Hörbücher nur zum Einschlafen. Das heißt, dass ich meistens nur die Hälfte der Geschichte mitbekomme. Darum höre ich auch nur Geschichten, die ich bereits gelesen habe und die ich (mehr oder weniger) in und auswendig kann. Harry Potter, zum Beispiel. Da ist es dann nicht schlimm, wenn ich am ersten Abend von der ersten CD nur die Hälfte mitbekomme und am zweiten Abend trotzdem mit CD 2 weitermache (An diesem Punkt muss ich dazu sagen, dass ich diesen Trend der MP3-Hörbücher hasse. Ich schlafe meistens nach 15 Minuten ein. Dann läuft die CD meistens noch 30-40 Minuten, bis sie dann zu Ende ist (je nach Laufzeit). Diese MP3-CDs laufen dann ja noch stundenlang (bis zu 5 Stunden). Das ist doch, mit Verlaub, bescheuert!). In diesem Sinne sind Hörbücher für mich meistens nur eine Art Begleitung, um nicht dem Gefühl ausgeliefert zu sein, ich wäre allein.

Für mich sind Hörbuch-Hören und Lesen zwei unterschiedliche Erlebnisse, die unter verschiedenen Voraussetzungen (Konzentration) und mit verschiedenen ‚Zielsetzungen‘ (Zeitvertreib vs. Gesellschaft) geschehen.

Wie sieht es bei euch aus? Sind Hörbuch-Hören und Lesen ein und dasselbe für euch? Ich freue mich über eure Kommentare!